Festivals, fuck yeah!

Jedes Jahr überkommt mich eine gewisse Sehnsucht. Nicht nach Urlaub an irgendwelchen Südseestränden, denn ich bin kein Fan von warmen Temperaturen. Aber ich vermisse die matschigen mitteleuropäischen Sommer und das, was sie ermöglichen: Festivals. Ich mag keinen Müll um mich herum, ich kann nicht gut mit Betrunkenen und zelten tue ich auch nicht gerne. Seltsamerweise kann ich aber über all das hinweg sehen, wenn ich dafür bei meinen Bands abgehen kann und den Nachmittag über mit einem Bier in der Hand rumgammel, das vermutlich nie einen Kühlschrank von Innen gesehen hat. Ich liebe auch Hallenkonzerte, vor allem, weil ich danach duschen kann, aber Festivals haben ihren ganz eigenen Charme.

So schlammig, heiß oder dreckig die Festivals auch sein können, sind die Auftritte der Bands es doch meistens wert. Ich erinnere mich an Haggard als Headliner auf dem Hörnerfest 2011, bei deren Auftritt ein Gewitter losbrach, das die Show nur um so epischer machte und den Großteil des Publikums vertrieb. Oder das Akustik-Set von Skyforger auf dem Ragnarök 2010, das mich unglaublich berührt hatte. Noch Wochen später bekam ich eine Gänsehaut, wenn ich Oh Fog, oh Dew hörte.

In guten wie in schlammigen Tagen.
In guten wie in schlammigen Tagen.

Mein erstes Festival war das Rockharz 2008. Mein liebstes ist das Hörnerfest. Und auch sonst bin ich etwas rumgekommen: Ragnarök, Metalfest (als es noch in Dessau stattfand), Rock for Roots, Barther Metal Open Air, die obligatorischen Wacken-Besuche (2009-2011) und diverse Mittelalter-Veranstaltungen (MPS, Festival Mediaval). Mit all ihren Eigenheiten: den Wetterextremen im Harz – entweder vier Tage Dauerregen oder durchgehend 40° und einer eher als katastrophal zu beschreibenden Hygienesituation,der familiären Atmosphäre des Hörnerfests (es findet im Garten des Veranstalters statt), der gewisse Wahnsinn, der Wacken ausmacht, das »Familientreffen« auf dem Barther (fahren da überhaupt Leute Nicht-Berliner hin?), der steinharte Boden auf dem Metalfest und so weiter.

Aber auch die Konzerte, die nicht stattfanden, bleiben in Erinnerung. Torfrock in Wacken war so überfüllt, dass es für mich und eine Freundin keine Chance hatten, was zu sehen oder zu hören. So trafen wir ein paar Dänen, mit denen wir die nächsten Tagen tranken. Die waren dann auch der Grund, warum ich Iron Maiden nicht gesehen habe. Etwas, was mir eigentlich jeder vorhält, dem ich davon erzähle. Nächstes Mal dann vielleicht. Oder das Hörnerfest, das so verregnet war, dass wir mehr Zeit in den Zelten verbrachten, als gut war und lernten, Magic the Gathering zu spielen.

Bollerwagen und Drachenschiff in einem!
Bollerwagen und Drachenschiff in einem!

Mittlerweile bin ich alt und faul und möchte nur noch mit dem Auto aufs Festival fahren. Aber 2010 bauten wir einen Bollerwagen zum Drachenschiff um. Thyra war immer etwas biestig und biss gerade beim Transport auf Treppen oder in Zügen zu, aber sie war ein echter Hingucker und trug unsere Zelte, Stühle, das Wikingerschachspiel und die Getränke. Außerdem ließen wir sie von Feuerschwanz auf dem Hörnerfest taufen. Mit Met, natürlich. Mittlerweile hat die Gute sich leider die Vorderachse gebrochen. Gute Überfahrt, Thyra.

Die Qualität ist so schlecht, dass ich es gar nicht verlinken mag. Aber bitteschön.

Ich bin dankbar für all die Leute, die ich auf all den Festivals getroffen habe und die dazu beitrugen, dass die Zeit so wunderbar war. Mit einigen zelte ich jedes Jahr wieder, und ein paar davon sind gute Freunde geworden. Auf die nächsten Sommer, ob im Staub oder Schlamm. Danke.

Kategorien

2 Kommentare

  1. rüdiger wacker
    23. Juni 2016
    Antworten

    super bollerwagen gerade gesehen .naja als alter wikinger komplett bis ins 700 jahrhundert .gruss von rüdiger wacker .

    ps wäre nett wenn eure truppe sich mal meldet .
    schwert zum grusse

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.